Gemeindedolmetscher mit hohem Engagement im Einsatz
Initiative Sprachmittlung Ost (InSpO) warnt vor einem Zusammenbruch der Sprachmittlungsangebote in den neuen Bundesländern.
Migration prägt Deutschland seit Jahrzehnten und hat zu einer vielfältigen, postmigrantischen Gesellschaft geführt – mit großen Potentialen für aktuelle Herausforderungen. Ausgrenzung, Diskriminierung und fehlende Teilhabe gefährden dieses Potential und auch den gesellschaftlichen Frieden. Der Einsatz von Sprachmittlung ist wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Integrations- und Arbeitsmarktpolitik in dieser vielfältigen Gesellschaft.
Sprachmittlungsdienste organisieren täglich Dolmetscheinsätze in Einrichtungen des Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesens. Sie koordinieren Anfragen, sichern die Qualität der Einsätze und leisten einen wichtigen Beitrag, um Verständigung zwischen Institutionen und Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen. Um diese Arbeit stärker zu bündeln, sichtbarer zu machen und gemeinsam weiterzuentwickeln, haben sich im Sommer 2025 neun Sprachmittlungsdienste aus den neuen Bundesländern zur Initiative Sprachmittlung Ost (InSpO) zusammengeschlossen. Auch der Gemeindedolmetscherdienst Dresden ist Teil dieser Initiative.
Die folgenden Zahlen und Entwicklungen für das Jahr 2025 verdeutlichen die Bedeutung und Dynamik unserer Arbeit:
- Insgesamt wurden 3.340 Einsätze durchgeführt, was einem deutlichen Anstieg von knapp 400 Einsätzen im Vergleich zu 2024 entspricht.
- Dabei konnten rund 6.000 Klientinnen und Klienten durch den GDD unterstützt werden.
- Aktuell befinden sich 78 Gemeindedolmetscherinnen und -dolmetscher in der Qualifizierung, davon 77 % Frauen.
- Es werden 29 verschiedene Sprach- und Kulturräume abgedeckt.
- Im Berichtszeitraum gab es 32 Neueinstiege.
- Gleichzeitig kam es zu Ausstiegen aus unterschiedlichen Gründen, beispielsweise durch Aufnahme einer Ausbildung, eines Studiums oder einer beruflichen Tätigkeit. So erhielten wir unter anderem diese Nachricht: „Ich möchte mich bei euch für eure Unterstützung, Professionalismus aber auch für die freundliche Atmosphäre bedanken, besonders für die Gelegenheit, die mir gegeben wurde, um ein Mitglied vom Projekt zu werden. Das Projekt hilft nicht nur den Leuten bei der Verständigung sondern auch uns selbst (die Dolmetscher). Persönlich kann ich sagen, dass ich viel von den Seminaren, Webinaren, von den verschiedenen Veranstaltungen, von unseren Feste mit meinen Kollegen und von den Einsätze viel gelernt und viel Erfahrungen gesammelt habe. Sogar habe ich eine Arbeit gefunden. Danke vielmals.“
Als Dankeschön für ihre beständige Qualifizierung und ihr ehrenamtliches Engagement erhielten auch in diesem Jahr die ehrenamtlichen Gemeindedolmetscher:innen den GDD-Jahresausweis. Er wurde feierlich in der traditionellen Auftaktveranstaltung „GDD-Ausweisausgabe 2026“ von Frau Dr. Kaufmann (Sozialbürgermeisterin) und Uwe Gries (Vorstand) überreicht.